Klinische Umweltmedizin

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Klinische Umweltmedizin

Das Thema Umweltmedizin gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO hat 2012 belegt, dass 20 % aller Krankheiten und jeder fünfte Todesfall in der EU auf Umweltgifte zurückzuführen ist.

Die klinische Umweltmedizin ist ein junges interdisziplinäre Fachgebiet, das sich mit der Erforschung, Erkennung, Behandlung und Prävention umweltbedingter und umweltassoziierter Gesundheitsstörungen befasst.
Als zentraler Fachgegenstand gelten anthropogene Umweltbelastungen und deren gesundheitsbeeinträchtigende Auswirkungen unter Berücksichtigung des individuell betroffenen Patienten.

Wie kaum ein anderer medizinischer Bereich, erfordert die ernsthaft betriebene kurativ ausgerichtete Umweltmedizin eine fächerübergreifende Zusammenarbeit.

Umweltmedizin ist nicht Umweltmedizin

Die klinische Umweltmedizin ist patientenbezogen, individualmedizinisch und kurativ ausgerichtet. Sie wird durch den Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner vertreten, der sich als Dachverband aller am und mit Patienten arbeitenden Mediziner versteht. Die klinische Umweltmedizin grenzt sich vom Fachgebiet der eher bevölkerungsorientierten präventiven Umweltmedizin ab, die aus den Arbeitsschwerpunkten Arbeitsmedizin und Hygiene hervorgeht. Diese nahezu ausschließlich präventive und epidemiologisch orientierte Umweltmedizin wird durch die Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin vertreten.

"Die klinische Umweltmedizin umfasst dabei die (individual)medizinische Betreuung von Einzelpersonen mit gesundheitlichen Beschwerden oder auffälligen Untersuchungsbefunden, die mit Umweltfaktoren … in Verbindung gebracht werden…“ (Definition Bundesärztekammer 2006).

Im Bereich der klinischen Umweltmedizin müssen sowohl die individuelle Empfindlichkeit des Betroffenen als auch die besonderen Eigenschaften komplexer Einflüsse berücksichtigt werden.

Die exogenen Kofaktoren als Verursacher umweltmedizinischer Krankheitsbilder sowie ihre Quellen können sehr vielfältig sein. Am häufigsten treten Erkrankungen und Gesundheitsstörungen auf, die mit Innenraumschad- und -reizstoffen assoziiert sind. Sie betreffen ca. 70-80% der Patienten in der umweltmedizinischen Praxis. Bedeutend können aber im individuellen Fall auch zahlreiche andere unphysiologische Reizfaktoren sein wie Umwelt- oder Arbeitsplatzallergene, Dentalersatzmaterialien, psychischer und physischer Stress, Nahrungsbestandteile, elektomagenetische Felder und andere Triggerfaktoren.

Umweltmedizinische Diagnostik

Die umweltmedizinische Analytik gliedert sich in 4 Bereiche: äussere und innere Belastungen sowie in körperliche Auswirkungen und individuelle Empfindlichkeit. Die Analytik wird als Monitoring bezeichnet.

1. Umwelt- Monitoring

Äussere Belastung: Schadstoffmessung in Wasser, Boden, Luft, Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen (Textilien, Möbel, Teppiche, Leder), Baumaterialien, Hausstaub.

Marker: Grenzwerte

2. Bio- Monitoring

Innere Belastung: Schadstoffmessung in Blut, Harn, Haaren, Muttermilch, Zähnen, Gewebe.

Pestizide, Lösungsmittel, Schwermetalle, Pyrethroide, PCBs

Marker: Referenzwerte, kritische Grenzkonzentrationen

3. Biologische Effekt- Monitoring

Körperliche (biochemische, biologische) Auswirkungen.

Belastungsparameter: Malondialdehyd, Marcaptursäuren, DNA- Addukte, Nitrotyrosin, oxidiertes LDL, Homocystein, 8- Hydroxy- 2- Desoxyguanosin (DNA Schaden)

antioxidative Versorgung: Vitamin A, E, C, Glutathion, Q10, Selen, Beta- Carotin

4. Empfänglichkeits- Monitoring

Untersuchung auf genetische Defekte, Polymorphismen.

Entgiftungskapazität: u.a. Superoxiddismutase (SOD), N- Acetyl- Transferase (NAT), Glutathion - S- Transferase (GST)

Erkrankungen

Umweltbelastungen können zu Störungen des Gleichgewichtes zwischen Radikalbildung und Radikalabbau führen. Vermehrtes Auftreten von freien Radikalen kann zu äusserst schädigenden Wirkungen auf zellulärer Ebene führen. Man spricht von oxidativen oder nitrosativen Stress. Folgende Krankheiten und Prozesse gehen mit erhöhten Radikalkonzentrationen einher:

  • Altern
  • kardiovaskulärer Erkrankungen
  • Hautkrankheiten
  • immunologische Krankheiten
  • Mitochondriopathien
  • Infektionskrankheiten
  • Infertilität
  • Krebs
  • Leberererkrankungen
  • neurologische Erkrankungen
  • chronische Vergiftungen
  • genetische Mutationen

Die Medizin beginnt erst nach und nach, sich gezielt mit den "neuen Krankheiten" auseinander zu setzen. Neuartige Krankheiten, die mit Umweltfaktoren in Zusammenhang gebracht werden sind z.B.:

  • Holzschutzmittelsyndrom:
  • Multiple chemical sensitivity (Multiple chemische Sensitivität; MCS)
  • Elektrosensibilität
  • Sick- Building- Syndrom (SBS; krankmachendes Gebäude)
  • Strahlenkrankheit
  • Chronic-Fatigue-Syndrom: Auch als chronisches Erschöpfungssyndrom und als so genanntes Burnout-Syndrom bekannt.
  • Belastungen durch Amalgam in Zahnfüllungen, Schwermetallbelastungen
  • Belastung durch Insektizide, Pestizide, hormon- wirksame Chemikalien

Therapiemöglichkeiten - eine Auswahl:

Weitere Infos:

www.dbu-online.de
Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner

www.europaem.de
Europäische Akademie für Umweltmedizin

www.aerzte-und-mobilfunk.net
industrieunabhängige Ärzteaufklärungsseite bzgl. Mobilfunk

www.csn-deutschland.de
MCS & Umweltkrankheiten

www.fatigatio.de
Bundesverband Chronisches Erschöpfungssyndrom

www.diagnose-funk.org